Hoffentlich werden es meine Eltern nicht erfahren…

In dem kleinen Dorf, in dem die Häuser dichter an Erinnerungen als an Straßen gebaut zu sein scheinen, lebt Klara. Achtzehn Jahre ist sie alt, schlank, mit langem dunkelblondem Haar, das sie meistens zu einem losen Zopf bindet, und grünen Augen, die aufmerksamer schauen, als es viele aus ihrer Umgebung vermuten würden. Sie ist nicht groß, aber sie hat eine Art, sich zu bewegen, die Ruhe ausstrahlt, selbst wenn in ihrem Inneren längst nicht alles ruhig ist.

Ihre Eltern sind katholisch erzogen worden und haben diesen Glauben, mit all seinen Ritualen und Werten, an Klara weitergegeben, auch wenn die Familie selbst längst nicht mehr das ist, was sie einmal war. Vor einigen Jahren haben sich ihre Eltern getrennt, und ihre Mutter hat erneut geheiratet. Seitdem gibt es einen Stiefbruder in Klaras Leben, jemanden, der über Nacht zur Familie gehörte, ohne dass Klara wirklich gefragt wurde, ob sie das wollte. Es ist nicht so, dass sie ihn nicht mag, aber das Zusammenleben hat ihr Bild von Zuhause durcheinandergewirbelt, und manchmal fühlt sie sich in ihrem eigenen Haus wie eine Beobachterin eines Lebens, das sich ohne sie neu zusammengesetzt hat.

In ihrer freien Zeit liest Klara gerne, vor allem Bücher, in denen Menschen mit sich selbst ringen, und sie geht oft alleine spazieren, die Kopfhörer im Ohr, um den Kopf freizubekommen. Sie zeichnet ein wenig, nichts Großes, eher kleine Skizzen in den Rand ihrer Hefte, und sie hört für ihr Leben gerne Musik, die sie schwermütig und zugleich getröstet zurücklässt.

Die Schule war für Klara immer mehr als nur Pflicht. Sie ist ehrgeizig, fast diszipliniert in ihrem Wunsch, gut abzuschneiden und bald studieren zu können, weg aus dem Dorf, hinein in ein Leben, das sie sich selbst aussuchen darf. Vielleicht ist das auch der Grund, warum sie, anders als ihre Freundinnen, noch nie eine Beziehung hatte. Nicht, weil sie niemand wollte, sondern weil sie selbst nie das Bedürfnis verspürte, ihre Energie dorthin zu lenken. Die Schule, die Zukunft, der nächste Schritt, das war ihr wichtiger.

Erst vor wenigen Wochen hat Klara begonnen, Tagebuch zu schreiben, eher zufällig, aus einem Moment der Überforderung heraus. Doch was als kleiner Versuch begann, ist mittlerweile zu einer täglichen, fast leidenschaftlichen Gewohnheit geworden. Jeden Abend setzt sie sich hin, manchmal nur für fünf Minuten, manchmal für eine Stunde, und lässt alles aufs Papier, was sich tagsüber in ihr angestaut hat. Es ist, als würde das Schreiben ihr einen Raum geben, den sie sonst nirgendwo findet, einen Ort, an dem niemand widerspricht, niemand urteilt, an dem sie einfach nur sie selbst sein kann. Und gerade jetzt, wo so vieles in ihrem Leben in Bewegung geraten ist, ist dieser Raum für Klara wichtiger denn je.

„Liebes Tagebuch,“

Klara sitzt auf ihrem Bett, die Beine angezogen, das Tagebuch auf den Knien balanciert, während draußen die letzten Reste des Tageslichts durchs Fenster fallen und langsam dem Abend Platz machen. Ihr Haar hat sie zu einem losen Zopf gebunden, einzelne Strähnen fallen ihr ins Gesicht, aber sie bemerkt es kaum, so vertieft ist sie in ihre Gedanken. Der Stift liegt schwer in ihrer Hand, als würde er das Gewicht dessen spüren, was sie gleich aufschreiben wird.

Sie atmet einmal tief durch, blickt kurz zur Tür, als wolle sie sich vergewissern, dass niemand sie stört, und beginnt dann zu schreiben:

„Du weißt ja schon einiges über Dominik, meinen Stiefbruder, aber es ist Zeit, dir zu erzählen, wie die Geschichte mit ihm weitergeht.“

Ein leichtes Zittern liegt in ihrer Schrift, kaum sichtbar, aber spürbar für sie selbst. Sie hält kurz inne, starrt auf die Worte, die sie gerade zu Papier gebracht hat, und spürt, wie sich etwas in ihrer Brust zusammenzieht, eine Mischung aus Aufregung und Unsicherheit, die sie selbst noch nicht ganz greifen kann.

„Ich schaute Dominik an. Immer noch kniend begann ich ihn anzuflehen. „Bitte, sag Mama und Papa nichts… sie werden das nie verstehen… aber weißt du… ich habe noch nie einen Jungen gesehen, ich war einfach so neugierig… und du bist mein Bruder. Ich dachte es ist okay, wenn ich bei dir lerne wie es so ist mit Männern. Du würdest mir niemals weh tun, hoffe ich zumindest…“, mir gingen die Worte aus. Doch Dominik schien mich zu verstehen. Er erzählte mir dann, dass er auch noch keine Erfahrungen mit Mädchen hatte und dass es für ihn sogar noch schwieriger war. Denn jeder erwartete, dass er sich damit schon so gut auskannte. Er wollte nie zugeben, dass er noch so unerfahren war und stattdessen ging er Mädchen komplett aus dem Weg. Doch insgeheim wollte er doch nichts anderes als auch endlich Erfahrungen mit einer Frau zu sammeln… 

Sanft schob er dann meine Oberschenkel auseinander und betrachtete meine nasse Scheide. Ich war noch immer so feucht. Es kam mir vor, als hätte mein Körper sich gar nicht davon beeindrucken lassen was in den letzten Minuten passiert war. Neugierig betrachtete Dominik meine Spalte. „Darf ich sie anfassen?“, fragte er schüchtern. Ich musste nicht lange überlegen. Er durfte es nicht nur, er musste es. Ich wollte es so. Während ich seinen Penis betrachtet hatte und mich selbst gestreichelt hatte, wollte ich mir gar nicht ausmalen, dass es seine Hand gewesen wäre, denn diese Vorstellung wäre einfach zu geil gewesen. Doch jetzt gab es für mich kein zurück mehr. Ich musste Dominik spüren. Ich lächelte ihn an.

„Ja bitte, aber sei vorsichtig… ich bin noch so unerfahren…“, flüsterte ich.

„Ich doch auch“, lachte mein Bruder. Er streichelte über meine glatt rasierten Schamlippen und sein Glied, das etwas geschrumpft war, wurde jetzt wieder groß. Ich glaube sogar, dass es noch größer wurde als es zuvor war. Dominik streichelte mit seinen Fingerspitzen über meine Lippen, dann zog er sie etwas auseinander und betrachtete sie von außen. Er ging näher an sie heran um sie besser betrachten zu können.

Er schnupperte an ihr. „Wow, du riechst…. Interessant“, lachte er. Und in seinen Augen konnte ich ablesen, dass er wissen wollte wie ich schmecke. Doch Dominik traute sich noch nicht von meiner Möse zu kosten. Stattdessen streichelte er weiter. Ich nahm seine Hand und führte seinen Finger an die Stelle, die ich kurz davor entdeckt hatte… 

Deine Klara“

Klara legt den Stift schließlich beiseite und lässt sich ein wenig zurücksinken, das Tagebuch noch auf den Knien. Ihre Schultern, die sich während des Schreibens unmerklich angespannt hatten, sinken jetzt herab, als hätte sie eine Last abgelegt, die sie selbst kaum als so schwer wahrgenommen hatte. Es ist ein seltsames Gefühl, dieses Aufatmen, das sich in ihr breitmacht, befreiend und erleichternd zugleich.

Noch vor wenigen Minuten hatte sie dieses ungute Ziehen im Magen gespürt, dieses leise, hartnäckige schlechte Gewissen, das sie schon seit Tagen begleitet. Die Angst, dass jemand aus ihrer Familie, aus dem Dorf, in dem jeder jeden kennt, etwas ahnen oder gar wissen könnte. Die Angst vor Blicken, vor Getuschel, vor Urteilen, die sie nicht ertragen könnte. Aber jetzt, nachdem sie alles aufgeschrieben hat, fühlt es sich leichter an, als hätte sie einen Teil dieser Last in die Worte hineingelegt und damit aus sich selbst herausgezogen.

Trotzdem, ganz loslassen kann sie diese Sorge nicht. Insgeheim hofft sie, dass niemand jemals diese Seiten finden wird, dass das, was sie hier dem Papier anvertraut, für immer zwischen diesen Zeilen bleibt und niemandem sonst begegnet.

Sie spürt, wie die Müdigkeit langsam ihren Körper einnimmt, schwer und sanft zugleich. Draußen ist es Sommer, und obwohl es schon spät ist, dämmert es nur langsam, das Licht zieht sich in einem warmen, blassen Orange zurück, als wollte es den Tag noch ein wenig festhalten. Klara klappt das Tagebuch zu und legt es auf ihren Nachttisch, ihre Finger ruhen noch einen Moment auf dem Einband, bevor sie sich zurückzieht.

In ihrem Kopf ziehen die Gedanken noch einmal vorbei, Bilder, Sätze, Gefühle, die sich nicht ganz greifen lassen. Sie denkt an Dominik, an das, was zwischen ihnen ist und was sie sich selbst kaum einzugestehen wagt. Sie denkt an ihre Mutter, an die neue Familienkonstellation, die sich manchmal noch fremd anfühlt. Sie denkt an die Schule, an die Zukunft, die irgendwo da draußen auf sie wartet. Und irgendwo zwischen all diesen Gedanken, während ihre Augenlider schwerer werden, spürt sie eine leise Hoffnung, dass sich alles irgendwie fügen wird.

Dann schließt sie die Augen, und der Sommerabend zieht still an ihrem Fenster vorbei.

Am nächsten Morgen

Klara schlägt am nächsten Morgen die Augen auf, das Sonnenlicht fällt schon warm und golden durchs offene Fenster, und ein sanfter Sommerwind streift ihre Bettdecke. Durch das Fenster ziehen die Gerüche des frühen Tages herein, das würzige Grün des nahen Waldes, der Duft von blühenden Wiesen, die sich hinter dem Dorf erstrecken, und irgendwo zwitschert beharrlich ein Vogel, als wollte er den ganzen Ort wecken. Es ist einer dieser Sommermorgen, an denen die Luft schon früh nach warmen Tagen schmeckt.

Für einen Moment liegt sie einfach nur da, blinzelt in die Helligkeit und versucht, ihre Gedanken zu ordnen. Etwas in ihrem Kopf fühlt sich verschwommen an, als hätte sie etwas erlebt, das sich zwischen Erinnerung und Traum verloren hat. Hat sie das wirklich geschrieben, gestern Abend? Oder hat sie sich das alles nur eingebildet, in einem dieser Halbschlafmomente, in denen sich Gedanken und Träume vermischen?

Eigentlich hatte sie sich heute mit ihren Freundinnen verabredet, um zum See zu fahren, ein Plan, auf den sie sich die ganze Woche schon gefreut hatte, mit kühlem Wasser, Picknickdecken und Musik aus dem Lautsprecher. Aber bevor sie überhaupt daran denkt, aufzustehen und sich für den Tag fertigzumachen, ist da dieser Gedanke, der alles andere überschattet.

Verwirrt setzt sie sich auf, fährt sich mit der Hand durchs zerzauste Haar und lässt den Blick durchs Zimmer schweifen, bis er auf dem Nachttisch hängen bleibt. Da liegt es, ihr Tagebuch, genau dort, wo sie es am Abend zuvor hingelegt hat. Ein leiser Zweifel huscht ihr noch durch den Kopf, vielleicht hat sie ja doch nur davon geträumt, dass sie geschrieben hat.

Der Tag am See kann warten. Neugierig und mit einem leisen Kribbeln im Bauch greift sie nach dem Tagebuch, schlägt es auf und blättert zu den letzten Seiten. Und während ihre Augen über die Zeilen wandern, die tatsächlich in ihrer eigenen Handschrift dort stehen, macht sich eine aufgeregte Spannung in ihr breit. Es war also doch real, alles, was sie gestern zu Papier gebracht hat. Sie liest sich noch einmal durch, was sie geschrieben hat, langsam, fast andächtig, als würde sie ihre eigenen Worte zum ersten Mal entdecken, während draußen der Sommermorgen längst seinen Lauf nimmt.

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